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Interimmanager geringer ausgelastet



01. Juni 2003 
Auch die Nachfrage nach Managern auf Zeit - sogenannten Interimsmanagern - wird durch die schwache Konjunktur beeinflußt. Gefragt bleiben Experten für Sanierung und Restrukturierung, während gerade die Nachfrage nach IT-Spezialisten deutlich zurückgegangen ist. Wie eine Untersuchung der Personalberatung Ludwig Heuse weiter zeigt, sank die Auslastung der Interimsmanager in Deutschland von 68 Prozent im Jahr 2001 auf 61 Prozent im vergangenen Jahr. Die Nachfrage habe kontinuierlich abgenommen, somit sei auch für 2003 kaum mit einer Verbesserung der Auslastung zu rechnen, heißt es. Im vergangenen Jahr gestiegen sind dagegen die Tagessätze der Interimsmanager - um knapp 5 Prozent auf rund 910 Euro. Grund für diese auf den ersten Blick paradoxe Entwicklung: Die momentan besonders gefragten Sanierungs- und Restrukturierungsexperten sind bundesweit rar und können deshalb höhere Tagessätze durchsetzen.



Wichtigstes Betätigungsfeld für Interimsmanager ist nach wie vor, was früher einmal als "New Economy" bezeichnet wurde, also die Telekommunikations-, Internet- IT- und Multimediabranche. Nahezu jeder fünfte Interimsmanager war in einer dieser Branchen tätig, nachdem dieser Anteil im Jahr 2001 allerdings sogar 29 Prozent betragen hatte. Zweitwichtigster Nachfrager nach Managern auf Zeit war im vergangenen Jahr die Investitionsgüterindustrie (17 Prozent) gefolgt von Handel und Logistik (11 Prozent).



Auch im Hinblick auf die Anlässe, aus denen Interimsmanager ins Unternehmen geholt werden, zeigt das derzeitige Konjunkturtief seine Wirkung. Die "Abdeckung von zusätzlichem Managementbedarf", 2001 noch Anlaß für mehr als jeden fünften Einsatz eines Interimsmanagers, hatte im vergangenen Jahr gerade noch einen Anteil von 13 Prozent der Einsätze. Dagegen holten die Unternehmen immer häufiger Manager auf Zeit ins Haus, um Krisen zu bewältigen und zu das eigene Unternehmen zu restrukturieren (34 Prozent der Einsätze gegenüber 27 Prozent im Jahr 2001). Die Unterstützung beim Management von Projekten - etwa der Verlagerung von Produktion ins Ausland - blieb mit einem Anteil von 17 Prozent zweitwichtigstes Einsatzgebiet. (nr.)

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2003, Nr. 126 / Seite 19
 
 
   
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