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Medizintechnik

Hoch bezahlt, aber effektiv

Von Rüdiger Köhn




26. März 2008 
Medizintechnik ist eine deutsche Visitenkarte für Innovationen. Die Vorzeigebranche ist sichtlich um die Träger dieser Erfolgsgeschichte besorgt: die hochqualifizierten Fachkräfte und Ingenieure. Eine repräsentative Umfrage des Branchenverbandes Spectaris und der Personalberatung IFP hat ergeben, dass 64 Prozent der Verbandsmitglieder den Fachkräftemangel als die wichtigste Herausforderung in den nächsten fünf bis zehn Jahren betrachten, weit vor der zunehmenden Internationalisierung (32 Prozent) sowie Kosten und Investitionen (23 Prozent).

Entwicklungsingenieure dringend gesucht

"Es werden weniger Naturwissenschaftler, Kaufleute oder Juristen gesucht als vielmehr Medizintechniker von Fachhochschulen und Universitäten", sagt Tobias Weiler von Spectaris. Es geht um Absolventen des klassischen Maschinenbaus, um Diplomingenieure für die Fertigung und natürlich für die Forschung sowie Entwicklung. "Kritisch ist es mit den Entwicklungsingenieuren, die für die Pipeline-Forschung gebraucht werden." Weiler meint damit Fachleute, die weit in die Zukunft blicken und Produktentwicklung in einem sehr frühen Stadium betreiben. Unter den Fachkräften werden die Techniker und Feinmechaniker benötigt.

Absolventen von der Uni werden auf höherer Ebene für spezialisierte Aufgaben eingesetzt. Dazu gehört gewissermaßen Frontarbeit. Führungskräfte sind nämlich weniger gefragt. Trotz der Engpässe ist Berufserfahrung gefragt. Für sie wie für Fachkräfte gilt: Sie sind besonders gefragt, wenn sie bereits bis zu vier Jahren einen Beruf ausgeübt haben.

„Erfahrung spielt eine wichtige Rolle.“

Die sind noch jung, flexibel, anpassungsfähig - und natürlich nicht ganz so teuer wie ältere, erfahrene Hasen. Was aber keinesfalls heißen soll: je jünger, je besser. "Erfahrung spielt eine wichtige Rolle", sagt Weiler.

Und auch als Hochlohnland ist Deutschland international in der Medizintechnik wettbewerbsfähig. Das liegt zum einen an den innovativen Produkten. Zum anderen liegt das auch an der hohen Effizienz. Denn die Lohnsteigerungen der vergangenen Jahre wurden durch die Produktivitätszuwächse aufgefangen. Die reichten sogar noch dafür, auch die teuren Rohstoff- und Energiekosten abzumildern.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.
 
 
   
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