05. November 2007
Die Logistikwirtschaft sucht alles - vom Lageristen und Fahrer bis zum EDV-Spezialisten und sogar der Führungskraft. Nach Angaben der Bundesvereinigung Logistik (BVL) entstehen in der Branche rund 100 000 neue Arbeitsplätze im Jahr.
Von den zurzeit 2,6 Millionen Mitarbeitern sind rund 450.000 Akademiker. Längst nicht alle von ihnen sind in spezialisierten Logistikunternehmen beschäftigt. Attraktive und anspruchsvolle Arbeitsplätze finden sich ebenso in der Warenwirtschaft von Industrie und Handel.
Vielfach operieren unter dem Dach der Mutterkonzerne eigene Logistikdienstleistungsunternehmen wie die Volkswagen Logistics oder Gist von Linde. Weniger als die Hälfte der Logistikumsätze entfällt bisher auf spezialisierte Anbieter wie DHL, Schenker, Kühne + Nagel und die vielen Logistik-Mittelständler. Das Angebot der Universitäten, Fachhochschulen und Logistikakademien reicht nicht aus, um den Ersatzbedarf an qualifizierten Mitarbeitern zu decken und die durch das hohe Umsatzwachstum entstehenden neuen Stellen zu besetzen.
Tausende Akademiker fehlen
Der BVL-Vorsitzende Raimund Klinkner fordert, die akademischen Ausbildungskapazitäten zu verdreifachen. Auch für die Weiterbildung der Mitarbeiter auf der operativen und mittleren Ebene gebe es in Deutschland kein ausreichendes Angebot. Teilweise sei dieses Problem hausgemacht, weil die Unternehmen die Weiterbildung vernachlässigten. 12.000 Akademiker werden in diesem Jahr benötigt, aber nur 3000 Logistiker werden ihren Abschluss machen. Unter ihnen sind ein Fünftel ausländische Studenten, die zum größten Teil nicht für deutsche Unternehmen arbeiten werden. Die Logistiker versuchen die Engpässe durch eigenes Nachwuchspersonal aufzufangen: 4000 Arbeitsplätze auf den Führungsebenen dürften durch die Umsetzung von Mitarbeitern neu besetzt werden. Dennoch bleibt eine Lücke. "Die Logistik bietet jährlich noch weiteren über 5000 akademisch ausgebildeten Fachkräften interessante Perspektiven", sagt Klinkner.