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Arbeitsmarkt

Akademiker im Einzelhandel gefragt

Von Brigitte Koch




31. Oktober 2007 
Der Einzelhandel ist einer der bedeutendsten Arbeitgeber und Ausbilder. Rund vier Millionen Menschen sind in Deutschland in dieser Branche beschäftigt, darunter etwa 240.000 Auszubildende. Die ungewöhnliche Bandbreite der Ausbildungsberufe ergibt sich aus der Branchenvielfalt: vom Automobilkaufmann, dem Großhandelskaufmann über den Buchhändler bis hin zum Drogisten oder Floristen.

Kaum eine Branche biete so viele Karrieremöglichkeiten und Aufgabenfelder, heißt es bei Deutschlands größtem Handelskonzern Metro. Das gilt auch für Hochschulabgänger, die eine Managementlaufbahn im In- oder Ausland anstreben wollen. Durch die frühe Übernahme von Verantwortung sind besonders schnelle Karrieren möglich, wird betont.

Bedarf an Hochschulabsolventen steigt

Die Metro Gruppe stellt 250 Absolventen jährlich ein, Tendenz steigend

Insgesamt stagniert zwar der Bedarf an Mitarbeitern. Allerdings verschiebe sich die Nachfrage der Unternehmen immer stärker in Richtung Spezialisierung und höhere Qualifikationen, sagt Wilfried Malcher, Bildungsexperte des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels. Entsprechend steige die Akademikerquote von zuletzt 6 bis 7 Prozent. „Die Unternehmen stellen mehr Absolventen von Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien ein“, sagt er. Deshalb seien alle großen Unternehmen auf Hochschulmessen vertreten und pflegten intensive Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Universitäten, um für den Berufsweg in der Handelsbranche zu werben.

Gefragt sind Betriebswirte und Juristen, aber zunehmend auch Logistik- und IT-Fachleute. Julia Merkel, Leiterin Personalentwicklung der Metro-Gruppe, nennt den jährlichen Einstellungsbedarf des Unternehmens mit rund 250 Hochschulabsolventen, Tendenz steigend. Sie sollen möglichst ein betriebswirtschaftliches Studium mit den Schwerpunkten Vertrieb, Einkauf, Category Management oder Controlling mitbringen. Besonders in international ausgerichteten Handelskonzernen sind laut Malcher Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Teamfähigkeit ein Muss. Julia Merkel empfiehlt, möglichst während des Studiums praktische Phasen zu durchlaufen, bei der Diplomarbeit mit Handelsunternehmen zu kooperieren oder das Studium international auszurichten.

Text: F.A.Z., 29.10.2007, Nr. 251 / Seite 21
Bildmaterial: AP, F.A.Z.
 
 
   
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