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Vergütung Teure Spezialisten Von Ralf Nöcker 13. April 2007 Die Knappheit eines Gutes bestimmt bekanntlich maßgeblich dessen Preis. Das gilt auch für Ingenieure. Zwischen 2005 und 2006 sind die Gehälter dieser Berufsgruppe deutlich stärker gewachsen als der Gesamtmarkt. In der Industrie insgesamt sind die Grundgehälter um rund 3 Prozent, die Gesamtgehälter inklusive variabler Anteile um zwischen 3 und 4 Prozent gestiegen. Dagegen haben schon die Einstiegsgrundgehälter für Ingenieure im Schnitt um 4,5 Prozent, die Gesamtvergütung hat sogar um 7,1 Prozent zugelegt, heißt es in einer Analyse der Unternehmensberatung Towers Perrin. Noch günstiger sieht es für Ingenieure mit Berufserfahrung in leitender Fachfunktion aus. Ein solcher Spezialist – beispielsweise der verantwortliche Sicherheitsingenieur in einem Chemieunternehmen – kam 2006 auf ein um 9,8 Prozent höheres Gesamtgehalt inklusive Boni. Schwächer wuchsen die Bezüge für Ingenieure in Führungspositionen mit Personalverantwortung. Ein Abteilungsleiter verdiente 2006 insgesamt 3,3 Prozent, ein Bereichsleiter 0,9 Prozent mehr als 2006. Dafür wird auf diesen Funktionen absolut mit am besten verdient. Ein Bereichsleiter kommt auf durchschnittlich 129.000 Euro inklusive Boni, ein Abteilungsleiter auf insgesamt 107.300 Euro im Jahr. Aber auch ein Ingenieur, der als Spezialist in einer Fachkarriere die höchstmögliche Position erreicht hat, bezieht im Durchschnitt 121.000 Euro. Doch wer in erster Linie auf das Gehalt schaut, sollte sich genau überlegen, in welcher Branche er arbeiten möchte. Denn hier gibt es teils erhebliche Unterschiede, sowohl beim Einstiegsgehalt als auch auf späteren Karrierestufen. Laut der Untersuchung von Towers Perrin steigt ein Ingenieur im Automotivesektor mit 39.100 Euro im Durchschnitt ein. In Hightechbranchen wie Telekommunikation und Informationstechnik liegen die Einstiegsgehälter im Schnitt bei 40.500 Euro, in der Chemieindustrie bei 52.400 und im Pharmasektor bei durchschnittlich sogar 57.200 Euro. Ein Ingenieur, der es in einem Chemieunternehmen zum Bereichsleiter geschafft hat, bezieht im Jahr inklusive Boni 155.400 Euro und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt (129.000 Euro). Im Hightechsektor dagegen bezahlen die Unternehmen ihren Bereichleitern durchschnittlich nur 119.000 Euro. In Hightechbranchen verdienen traditionell nicht die Ingenieure, sondern die Informatiker besonders gut“, erklärt Martin Hofferberth von Towers Perrin die vergleichsweise bescheidenen Bezüge in diesem Sektor. Dagegen bezahlten Chemie- und Pharmaindustrie traditionell gut. Nicht ganz so erfreulich sehe es weiterhin für Bauingenieure aus. Firmenwagen gegen den Mangel Einen Trend – nicht nur bei der Vergütung von Ingenieuren – stellt der wachsende Anteil variabler Gehaltsanteile dar. Daneben müssen die Unternehmen aber auch über andere Zusatzleistungen wie Firmenwagen und Personalentwicklungsmaßnahmen nachdenken“, sagt Hofferberth. Denn ein Ende des Ingenieurmangels sei nicht absehbar: Der Druck auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure wird weiter wachsen.“ Die Nachfrage nach Ingenieuren aus der Industrie nehme weiter zu, Hochschulabsolventen gebe es nicht genug, und ein klassisches Einwanderungsland für Ingenieure sei Deutschland auch nicht. Text: F.A.Z. |
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