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Christoph Buss Stress in Sydney
Und dann fing das Chaos an. Denn das Unternehmen hat sich meiner Meinung nach nicht an unsere vertraglichen Vereinbarungen gehalten. Die Unterkunft war miserabel, außerdem lag sie weit weg vom Zentrum. Der Sprachkurs bewegte sich auf Anfänger-Niveau, Business-Englisch ist es jedenfalls nicht. Und das Praktikum ist nicht in einer Bank, sondern in der Buchhaltungsabteilung der Schule. Die anderen Mitarbeiter sind indischer Herkunft, was die Verständigung schwierig macht. Zwei Wochen habe ich mit der Organisation verhandelt, dann den Vertrag mit anwaltlicher Hilfe aufgelöst. So bekam ich fast den gesamten Betrag – ich hatte rund 10.000 Euro gezahlt – für Sprachkurs, Praktikum und Unterkunft zurückerstattet. Schnell fand ich auf eigene Faust eine neue Wohnung, auch eine Stelle habe ich gefunden, als Buchhalter in einer Kanzlei. Durch die vielen Kontakte der Anwälte habe ich nach weiteren acht Wochen eine neue Stelle als Verwaltungsassist in einer Organisation bekommen, die Behinderte und Benachteiligte fördert und On the Job Training“ organisiert. Nebenbei gebe ich in einer Tennisschule bis zu 20 Stunden Unterricht in der Woche. So reicht der Verdienst locker für Miete und Lebenshaltungskosten, ich kann sogar noch Geld zum Reisen in den letzten beiden Monaten vor meiner Rückkehr sparen. Gerade die Schwierigkeiten am Anfang haben mich selbständiger gemacht und mir viel Lebenserfahrung gebracht. Jetzt blicke ich sogar mit ein wenig Stolz auf meine Zeit down under“ zurück. Christoph Buss aus Steinfurt ist 22 Jahre alt und im Sommer 2007 zu einem Praktikum nach Sydney aufgebrochen Bildmaterial: privat |
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