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|  | Papa macht Pause (8) Resozialisierung auf die harte Tour Von Stefan Ruhkamp 
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17. Juli 2008 Aus und vorbei. Der Wiedereinstieg in das Berufsleben hätte etwas sanfter sein können. Eine Woche Post lesen, Dienstwagen wieder abholen, Kaffee trinken, neue Ideen sammeln, so in der Art. Nichts da: Es sind Sommerferien und viele Kollegen im Urlaub, also geht es von Anfang an rund. Aber vielleicht ist nach zwei Monaten Elternzeit die Resozialisierung auf die harte Tour genau das Richtige.
Es bleibt keine Zeit, der schönen Zeit nachzutrauern. Und schön war es, trotz aller nervigen Quengeleien der Kinder und trotz aller Konflikte um den Haushalt. Oder gerade deswegen. Denn ich weiß jetzt besser zu schätzen, was meine Frau leistet, und dass es erstaunlicherweise sogar Freude machen kann, die Wohnung zu wischen. Diesen Spaß werde ich mir natürlich künftig nicht entgehen lassen - gelegentlich. Miriam, Jurek und Johanna sehe ich auch sonst, wenn ich berufstätig bin, jeden Tag. Die Woche über morgens und abends. Aber es ist etwas ganz anderes, die Kinder am Montag zum Arzt zu bringen, am Dienstag zur Musikschule, mit ihnen am Mittwoch in den Park zu gehen, am Donnerstag das Planschbecken aufzubauen und am Freitag gemeinsam eine tote Amsel im Garten zu Grabe zu tragen. Lauter kleine Erlebnisse, die ich vielleicht auch sonst gehabt hätte. Doch dank der Elternzeit hatte ich sie gehäuft und ohne das Gefühl, dass ich bald wieder weg muss. Ein Geschenk also, besonders die Zeit mit meiner einjährigen Tochter Johanna, der ich die Baby-Pause zu verdanken habe. In den acht Wochen hat sie zum Beispiel gelernt, aus der Tasse zu trinken, ihre Geschwister anzugiften, und sie hat ihren Laufstil verfeinert. Sie kann jetzt sogar mit dem Puppenwagen rückwärts einparken. Das Schönste ist aber die Art, wie sie Papa sagt (vor der Elternzeit gab es nur Mama). Mal plappernd, mal sehnsuchtsvoll säuselnd und einmal als erstes Wort beim Aufwachen - wenn das keine Belohnung ist. Mit anderen Worten: Obwohl ich vorher skeptisch war, würde ich jederzeit wieder in Elternzeit gehen. Und wer weiß ... Stefan Ruhkamp beschrieb Freud und Leid in acht Wochen Elternzeit. Text: F.A.Z. Bildmaterial: F.A.Z. - Cyprian Koscielniak
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