24. August 2007
Das Bundeskabinett hat sich auf kurzfristige Maßnahmen zur Behebung des Fachkräftemangels verständigt. Danach sollen ausländische Studenten, die in Deutschland einen Abschluss machen, künftig für drei Jahre leichter hier ihren Beruf ausüben können. Die Restriktionen für Ingenieure in nachgefragten Bereichen wie Elektrotechnik oder Maschinenbau sollen gelockert werden.
Die Bundesagentur solle dafür sorgen, dass verstärkt Fachkräfte aus den zwölf neuen EU-Staaten ins Land kommen können. Vorrangig solle das deutsche Potenzial ausgeschöpft werden. Grundsätzlich sei man sich aber einig, dass Zuwanderung notwendig und erwünscht sei.
Punktesystem wie in Kanada?
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| Für Einwanderer wird ein Punktesystem geprüft |
Für die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften soll nun auch ein Punktesystem geprüft werden, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen nach Abschluss der zweitägigen Beratungen auf Schloss Meseberg bei Berlin. In ein Punktesystem sollten Kriterien wie Qualifikation und berufliche Erfahrung einfließen, um ausländische Fachkräfte zu gewinnen. Verzichtet werde dagegen auf die von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) geforderte Absenkung der Mindestverdienstgrenze von 85.000 auf 60.000 Euro, oberhalb derer auch Hochqualifizierte aus Nicht-EU-Staaten in Deutschland eine Arbeitserlaubnis bekommen.
Für das Punktesystem zur Steuerung der Zuwanderung hatte sich die SPD eingesetzt. Auch Spitzen der Wirtschaft wie Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt forderten nochmals ein Punktesystem, um zielgerichtet qualifizierte Köpfe zu gewinnen.
In der deutschen Wirtschaft werden die Pläne für eine vorsichtige Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Fachkräfte aus den EU-Beitrittsländern im Grundsatz gutgeheißen. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks, sprach am Freitag im RBB von einem immerhin kleinen Schritt in die richtige Richtung, der allerdings nicht so mutig ausgefallen sei, wie man sich das gewünscht hätte.