Ihr Blick auf die Feier mit/der deutschen Nationalmannschaft „the day after“ am Brandenburger Tor ist recht zynisch und endet so, wie die deutsche Mannschaft häufig diese EM bestritten hat: einfallslos. Es ist schön, wenn erneut Empfehlungen für Schüler irgendeiner Art - ob deutsche, Frankfurter, bayerische oder Berliner Schüler macht in diesem Sinne sicher keinen Unterschied – kommen, doch was hat dies in einem Resumée über die Begeisterung für die deutschen Nationalspieler zu tun. Dass dies eine im Wesentlichen sponsoren-gelenkte Veranstaltung ist, stellt den Tenor des Artikels dar, ist aber auch zum Schluss keine Pointe mehr, zumal Sie von der Arbeit für ein Medium leben, in dem direkt auf der Seite Ihres Artikels eine halbseitige Anzeige eines der Sponsoren sowie benachbart eine ganzseitige Anzeige wiederum eines der Hauptsponsoren der EM-Abschlussfeier am Brandenburger Tor gezeigt wird. Ob wirklich Berliner Schüler, wo sie ohnehin schon genug Relativierungen von Realitäten, wie alle ernüchterten Generationen seit verstärktem Eindringen des Kapitalismus in unser Leben, nochmals mit der Nase darauf gestossen werden müssen, wie relativ Freude und Spaß sind, wage ich zu bezweifeln. Es gibt Wichtigeres zu lernen.
Wenigstens beim Feiern wird nicht gekniffen. Das Leistungsprinzip wird auf den Kopf gestellt. Wer mit einer Niederlage im entscheidenden Spiel leben kann, soll mitfeiern. Ich kann es nicht. Und Herrn Ballack sollte man einen uebergrossen Goldenen Teller mit einer 10 ueberreichen. Zehn Mal international im entscheidenden Spiel verloren. Welch ein Kapitaen! Das gibt es noch nicht einmal im Minigolf!
Die Fußball-Nationalmannschaft feierte bisher stets in Frankfurt auf dem Balkom des Römers, da der DFB in Frankfurt seinen Sitz hatte. Jogi Löw setzte sich vehement für eine Verlegung der Feierlichkeiten nach Berlin ein ("das Herz schlägt mittlerweile woanders"). Schade das ein Trainer in der Lage ist, ein kleines Stück Förderalismus (auch sei es nur des Feierns) kaputt zu machen. Auch Kaiser haben sich in dieser Stadt krönen lassen, ohne das Frankfurt Hauptstadt war, aber das wäre zu weit hergeholt....