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Einzelhandel

Hochschulabsolventen finden genügend Herausforderungen




05. September 2005 
Die angespannte Situation der Branche hat zwar auch den Einzelhandel zu einem Personalabbau gezwungen. Dennoch gibt es durchaus Karrierechancen. „Wir haben einen wachsenden Bedarf an Hochschulabsolventen“, stellt Wilfried Malcher, der Bildungsexperte des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), fest. Die Akademikerquote, die Ende der neunziger Jahre noch bei rund 5 Prozent lag, sei inzwischen auf 6 bis 7 Prozent gestiegen.

Die Handelsprozesse werden komplexer, analytischer und technischer, erklärt Malcher den steigenden Bedarf an qualifizierten Führungskräften. Vor allem die wachstumsstarken großen Handelskonzerne, die verstärkt im Ausland expandieren, benötigten Absolventen mit den Schwerpunkten Controlling, Marketing, Beschaffung, Logistik und Internationale Rechnungslegung. Daher sind die Kontakte der Unternehmen zu den Lehrstühlen an Universitäten und Fachhochschulen in den zurückliegenden Jahren stark intensiviert worden.

Große Konzerne bemühen sich um ihr Image

Auch die Imagewerbung großer Handelsunternehmen dient letztlich der besseren Positionierung als potentieller attraktiver Arbeitgeber. Deutschlands größter Handelskonzern, die Metro-Gruppe, rekrutiert ihren Führungsnachwuchs - wie viele andere Unternehmen - auf Ausbildungsmessen. Sie hat aber zudem mit „Meeting Metro“ eine eigene Veranstaltung ins Leben gerufen, mit der einmal im Jahr rund 600 Studenten eingeladen werden, die sich einen Tag über den Konzern informieren können.

Voraussetzungen für einen Berufsstart im Handel bringen nach Angaben Malchers vor allem die Studenten mit, die praktische Phasen während der Ausbildung durchlaufen, bei der Diplomarbeit mit Handelsunternehmen kooperieren oder das Studium international ausrichten. Hohe Erwartungen setzt die Branche auf den praxisorientierten Bachelor-Abschluß.

Aufstiegschancen im Einzelhandel sind gut

So wurde der Studiengang „Management im Handel“ an der Hochschule Bremen nun auf den Bachelor-Abschluß umgestellt. Doch auch der Leitspruch „Karriere mit Lehre“ hat weiterhin seine Gültigkeit. Die Aufstiegschancen zum Filial- oder Marktleiter seien nach wie vor gut, sagt Malcher. Das Spektrum an Ausbildungsberufen im Einzelhandel ist breit. Es reicht vom Buchhändler über den Fachlageristen bis zum Raumausstatter.

Die Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau, für die die Betriebe in der Regel den Hauptschulabschluß und vereinzelt auch die Fachoberschulreife voraussetzen, ist der am häufigsten vorkommende Ausbildungsweg und dauert drei Jahre. Mit einer mehrjährigen Berufserfahrung kann diese Ausbildung auch als Basis für die Fort- und Weiterbildung zum Ausbilder, zum Handelsfachwirt oder zum Personalfachkaufmann beziehungsweise zur Personalfachkauffrau genutzt werden. Und sie schafft eine solide Grundlage für den Sprung in die Selbständigkeit als Einzelhändler.

Text: B.K. / F.A.Z., 03.09.2005
Bildmaterial: F.A.Z.
 
 
   
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