Behördenwahn

Numerologie

Das Bundeszentralamt für Steuern hat sich etwas Teuflisches ausgedacht. Es teilt jedem von uns eine Identifikationsnummer zu. Insgesamt wird man dreiunddreißig Ziffern auswendig lernen müssen. Gehirntraining für Gedächtnisakrobaten? Oder nur ganz gewöhnliche Behördenidiotie? Von Hans Magnus Enzensberger

Continental-Übernahme

Schaefflers taktische Meisterleistung

Schaefflers Ziel ist jetzt erreicht: Das Familienunternehmen mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach dominiert künftig als Großaktionär die ungleich größere Continental AG aus Hannover. Der Faktor Zeit hatte von Anfang an für Schaeffler gespielt. Conti hat das übersehen - und letztlich kapitulieren müssen. Von Carsten Knop

Kaukasus-Konflikt

Kosovo - der falsche Vergleich

Auch wenn Russland im Falle Südossetiens den Vergleich mit der „humanitären Intervention“ im Kosovo anstellt: Die bloße Behauptung eines Völkermords rechtfertigt keine militärische Intervention. Von Reinhard Müller

Jamaikas Läufer

Rausch der Geschwindigkeit

Früher der Polizei weggelaufen, heute der Konkurrenz. Ein Erklärungsversuch für Jamaikas Sprintsiege. Oder: der Schnellste bestimmt die Hackordnung. Und: In der Sprint-Subkultur sind auch Sportautos wichtig: stark, schnell, begehrenswert. Sauber? Glänzend! Von Michael Reinsch

Russland und die SPD

Ganz der Schröder

Bisher verhinderte der Kreml, dass wirksamer Druck auf Iran ausgeübt werden konnte - obwohl ein Verzicht Teherans auf die Atombombe auch im russischen Interesse wäre. Beck aber will das „gutnachbarschaftliche Verhältnis“ zu Russland pflegen. Von Berthold Kohler

Die Nato in der Krise

Ein Fall für das Bündnis

Im Falle Georgiens geht es nicht mehr um das Schicksal dreier Völkerschaften im Kaukasus, sondern um den strategischen Wert der Nato. Versagt die Allianz, wird ihr Ansehen in der Weltpolitik rasch sinken. Von Nikolas Busse

Olympia-Kommentar

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Usain Bolt bescherte der Leichathletik zwei besondere Weltrekorde - und ohne irgendein Indiz ist der Doping-Verdacht mit Händen zu greifen. Die Verantwortlichen wollten dem entgegentreten - und mussten prompt den nächsten Fall bestätigen. Von Michael Reinsch

Staatsfonds

Das neue Außenwirtschaftsgesetz - ein Bumerang

Deutschland scheidet die Welt künftig in Gut und Böse: Investoren aus der EU und den Efta-Ländern sind weiterhin ohne Einmischung der Politik willkommen. Alle anderen müssen sich auf Regierungsprüfungen einstellen. Für den Standort könnte das Außenwirtschaftsgesetz zum Bumerang werden. Von Heike Göbel

40 Jahre Prager Frühling

Von Breschnew zu Putin

Spezial Der „Prager Frühling“ ist Geschichte, Moskaus Herrschaftsanspruch nicht: Die russische „souveräne Demokratie“ ist heute ebenso wenig in der Lage, die Souveränität der Nachbarstaaten zu akzeptieren wie vor ihr die Sowjetunion und das Zarenreich. Von Karl-Peter Schwarz

Russland

Recht und Familie

Ein bekannter oppositioneller Schriftsteller hat erklärt, Moskaus Gerichte würden vom Bürgermeister Luschkow kontrolliert. Prompt wurde er dazu verurteilt, Luschkow eine halbe Million Rubel, 14.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Von Kerstin Holm

Datenschutz

Blickrichtung ändern

Den radikalen Wandel im Datenschutz haben ausgerechnet die Datenschützer verschlafen. Nur wenige erkennen, was den meisten Bürgern wohl bewusst ist: Der Staat ist nicht mehr der Böse. Heute werden die Daten von Privaten gesammelt. Von Reinhard Müller

Kommentar

Mit der Hantel zurück ins Leben

Auf der Gewichtheber-Bühne hat Matthias Steiner gezeigt, warum der Leistungssport die Menschen immer wieder von neuem faszinieren wird. Weil er ihnen vor Augen führt, dass man nicht aufgeben muss, so lange man noch eine Chance hat, weiter zu kämpfen. Von Evi Simeoni

Lesestipendium in Graz

Was noch fehlt zum Glück

Statt wie gewohnt Autoren mit Stipendien zu locken, will die einstige österreichische Literaturstadt Graz jetzt einem Leser freie Kost und Logis gewähren. Die Bedingungen sind bestens, das Angebot ist verlockend - aber ungenau. Von Fridtjof Küchemann

Elektronische Datenverarbeitung

Bequem, aber riskant

Wenn mit Kontodaten Handel betrieben wird, kann es zu teurem Missbrauch kommen. Die Strafjustiz tut das Ihre, um Betrugsfälle einzudämmen. Doch auch der mündige Kunde muss lernen, mit sensiblen Informationen sparsam umzugehen. Von Joachim Jahn

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