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In harmloser Mission 16. April 2008 In Bremen ist die Meinung noch immer weit verbreitet, dass alles, was mit Bayern München zu tun hat, irgendwie bedrohlich ist. Lothar Matthäus, der Rekord-Nationalspieler und ehemalige Bayern-Kapitän, begann am Mittwoch eine Hospitation bei Werder, und obwohl die ein Teil seiner Fußballlehrer-Ausbildung ist, verglich der "Weser-Kurier" ihn mit einem trojanischen Pferd: Er könne schließlich Unruhe stiften und Interna erkunden im Auftrag der Bayern. Es war nur eine Glosse, die die Zeitung da verfasst hatte, aber die Stimmung unter den Werder-Fans gab sie gut wieder. In den einschlägigen Internetforen finden sich zurzeit eine Menge Schmähungen, aber nur ein versöhnlicher Gedanke, der mit diesem Praktikum verbunden wird: der "an einen Lothar Matthäus als Hütchenaufsteller von Thomas Schaaf". Nun, Matthäus hat kein einziges Hütchen aufgestellt am Mittwoch, er hatte noch nicht einmal einen Trainingsanzug an, als er den Übungsplatz am Weserstadion betrat. Sein Auftritt in Bremen war längst nicht so brisant, wie er dargestellt wurde, und überhaupt, beeilte er sich zu sagen, "bin ich nicht so nah dran am FC Bayern, wie viele denken". Matthäus schaut Werders Trainerteam bloß zwei Tage lang über die Schulter und bekam dabei zumindest am Mittwoch nur die Hälfte des Kaders zu Gesicht. Trainiert haben nach dem 2:1 in Rostock nur die Reservisten, alle anderen lagen auf der Massagebank. Wie so häufig in Matthäus' Karriere war auch das Interesse der Medien an ihm größer als das der Fans: Sein erstes Training in Bremen verfolgten so viele Journalisten wie Zuschauer. Danach wurde sogar eine Pressekonferenz angesetzt, bei der der Verein und sein Praktikant Nettigkeiten austauschten. "Werder ist mir vom DFB-Ausbilder Erich Rutemöller empfohlen worden", sagte Matthäus, "sensationell, was sich hier alles entwickelt hat." Auf die Kürze der Hospitanz angesprochen, sagte Thomas Schaaf, "dass man einem Lothar Matthäus nicht mehr erklären muss, wie Fußball läuft", und der Verdacht liegt nahe, dass Werder sich diesen Termin genau ausgeguckt hat. Am Tag nach einem Bundesligaspiel und vor dem Pokalfinales stört die Unruhe kaum, die dieses Gastspiel in Bremen erzeugt. Man stelle sich vor, Matthäus wäre nach dem 1:2 gegen Duisburg gekommen und wäre von seinem Hausblatt "Bild" in Versuchung geführt worden, mal zu erzählen, was Schaaf so alles falsch gemacht hätte. So nimmt er nur ein paar "gute Eindrücke" mit, und zwar für seinen neuen Klub aus Netanya, nicht etwa für den FC Bayern. (stie.) Text: F.A.Z. |
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