Von Stefan Dietrich
03. Juli 2008 Die Mitglieder des Bundestags haben Berlin Ende Juni fluchtartig verlassen. Deshalb ist es plötzlich so still geworden in der SPD. In Bayern aber gibt es in diesem Jahr keine politische Sommerpause. Hier wird bis September durchgekämpft. Auch der Saarländer Müller läuft sich langsam warm für seine Landtagswahl in einem Jahr.
Deshalb wird es nun unruhig in der Union. Immer heftiger werden die Angriffe auf die große Koalition aus München und Saarbrücken. Und es geschieht keineswegs unabsichtlich, wenn dabei auch einmal die Kanzlerin selbst getroffen wird.
Auf die von Müller und dem CSU-Vorsitzenden Huber aufgeworfene Frage, warum die Union nicht von Merkels Umfragewerten profitiert, geben beide dieselbe Antwort: Der Union mangele es an Profil“.
Aber wie sieht eigentlich das Profil der CSU aus? Vor fünf Jahren überraschte der Vorsitzende Stoiber seine Landsleute nach der Wahl mit einem überaus rigiden Sparprogramm. Nun will der Vorsitzende Huber sie mit Ausgaben auf Kosten des Bundes beglücken. Profil kann die Kanzlerin gewinnen, wenn sie solchen Attacken widersteht.
Text: F.A.Z.