Von Benedikt Fehr
03. Juli 2008 Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Worten Taten folgen lassen und den Leitzins von 4 auf 4,25 Prozent angehoben. Angesichts der Beschleunigung der Inflation auf zuletzt 4 Prozent war das überfällig.
Allerdings wird diese leichte Verteuerung der Kredite die Inflation nicht über Nacht eindämmen. Vielmehr wird die Teuerung wohl frühestens Ende 2009 wieder auf das Ziel von knapp 2 Prozent zurückgehen – und selbst das ist ungewiss. Andrerseits wird diese leichte Zinserhöhung auch keinen Konjunktureinbruch auslösen, wie es manche Stimmen heraufbeschwören.
Richtig ist: In einigen Ländern des Euro-Raums bahnt sich ein kräftiger Abschwung an. Die Ursachen dafür aber sind vor allem hausgemacht: Mal folgt einer überschäumenden Baukonjunktur nun der Kater, mal haben überzogene Lohnsteigerungen die internationale Wettbewerbsfähigkeit untergraben.
Ohne Frage stehen diesen Ländern schmerzliche Anpassungsprozesse bevor. Doch ist es nicht Aufgabe der EZB, dies durch niedrige Zinsen abzufedern. Der EZB-Rat muss vielmehr auf seinem Kurs bleiben, die Inflation zu bekämpfen – auch wenn ein wachsender Chor von Politikern ihn dafür kritisiert.
Text: F.A.Z.