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Jung im Elfenbeinturm

„Mathematik war wie Tonleitern üben“



Der wohl jüngste BWL-Professor in Deutschland: Georg Schneider
06. Mai 2008 
Mit einem gewinnenden Lächeln begrüßt Professor Georg Schneider sein Gegenüber. Mit gerade einmal 27 Jahren ist der Österreicher der jüngste BWL-Professor in Deutschland. Seit einem Jahr lehrt und forscht er im Fachbereich Betriebswirtschaftslehre im ostwestfälischen Paderborn.

Nur vier Jahre brauchte der gebürtige Wiener von der Immatrikulation bis zur Promotion in Mathematik. Für seine Arbeit auf dem Feld der komplexen Analysis erhielt er eine Auszeichnung vom Präsidenten der Republik Österreich. Doch das war dem Wissenschaftler nicht genug: er schrieb auch noch eine zweite Promotion in Betriebswirtschaftslehre zur Bewertung von Realoptionen. Mit 25 Jahren erhielt er dann abermals die höchstmögliche Auszeichnung in Österreich. „Darauf bin ich schon stolz“, gibt Schneider zu.

„Karriere baut nicht nur auf Intelligenz auf“

Doch als hochbegabt würde er sich trotz aller bisherigen wissenschaftlichen Leistungen nicht bezeichnen. „Ich verstehe vielleicht manche mathematischen Probleme schneller als meine Kollegen, aber eine Karriere baut nicht nur auf Intelligenz auf, sondern auch einer gesunden Portion Selbstvertrauen, emotionaler Intelligenz und Risikobereitschaft“, sagt er. Warum er von der Mathematik zur Betriebswirtschaftslehre wechselte? „Ich wollte kein Fachidiot werden, war neugierig auf etwas Neues“, sagt er nüchtern.

Schon in seinem Elternhaus - auch seine Mutter war Mathematikerin - lernte er die Wertschätzung für Naturwissenschaften kennen. „Die Lust am logischen Denken hat mich positiv in meiner Jugend geprägt“, berichtet Schneider. „Mathematik in der Schule, das war für mich wie Tonleitern üben.“ Trotz der betriebswirtschaftlichen Thesen, die er entwickelt, fasziniert ihn immer noch die philosophische Seite der Mathematik. Auch er träumt den Traum vieler Naturwissenschaftler, in einer Formel die gesamte Welt erklären zu können.

Bilanzierung von Investitionen und Risiken

In Paderborn entwickelt Schneider zwei Theorien der Betriebswirtschaftlehre fort und versucht diese miteinander zu verbinden. Seine wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit mikroökonomischen Modellen, die auf Fragestellungen des externen Rechnungswesens angewendet werden sollen. Konkret beschäftigt er sich mit der Bilanzierung von Investitionen, die mit Risiken verbunden sind. „Aber: ich bin erst am Anfang meiner Karriere und kann noch viel erreichen“, sagt er.

In Ostwestfalen fühlt sich der junge Gelehrte inzwischen zuhause. Seine Balance zwischen kreativem Arbeiten und Freizeit hat er gefunden: im Winter spielt er Badminton und im Sommer will er den Golfplatz der Universität Paderborn erobern.

Text: dpa
Bildmaterial: Uni Paderborn
 
 
   
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