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Baden-Württemberg Studiengebühren schrecken Nichtakademiker ab 
 | | Noch nicht am Ende: Protest gegen Studiengebühren |
27. Mai 2008 Der baden-württembergische Wissenschaftsminister Frankenberg (CDU) hat die Universitäten des Landes aufgefordert, die zusätzlichen Einnahmen aus den Studiengebühren zur Schaffung von neuen Professorenstellen zu verwenden. "Die Universitäten stehen vor einer Erhöhung der Einnahmen, wie es sie vermutlich noch nie gegeben hat, deshalb kann es bei der Besetzung von Stellen Verzögerungen geben", sagte Frankenberg.
Die Studiengebühren bringen allen Universitäten Mehreinnahmen von 180 Millionen Euro jährlich. Die Exzellenzinitiative beschert den baden-württembergischen Universitäten zusätzlich Einnahmen von 650 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren. Die meisten Hochschulen haben von den Studiengebühren zunächst neue Geräte wie etwa Projektoren gekauft. Außerdem wurden zunächst im akademischen Mittelbau neue Stellen geschaffen. Allein an der Universität Heidelberg sind seit Oktober 2007 etwa 750 Stellen neu besetzt worden. Um das Betreuungsverhältnis zwischen Professoren und Studenten zu verbessern, sollen nun zusätzliche Professorenstellen eingerichtet werden. Das fordert auch der Beirat zur Beurteilung der Studiengebühren, der am Montag einen ersten Zwischenbericht vorlegte. "In der Regel stellen die Betreuungsrelationen das größte Problem der Lehre dar", heißt es in dem Papier. Häufiger ein berufsnahes Studium Der Bericht trifft auch erste Aussagen zur Sozialverträglichkeit und zur Entwicklung der Studentenzahlen seit der Einführung der Gebühren in Höhe von 500 Euro: So hat der Anteil der Studenten aus nichtakademischen Elternhäusern an der Studentenschaft insgesamt von 62 Prozent auf 50 Prozent abgenommen. Außerdem ist zwischen 2004 und 2005 die Bruttostudierquote, also die Zahl der Studienberechtigten, die ein Studium aufnehmen, von 68 Prozent auf 63 Prozent gesunken. Es gebe Anzeichen, dass sich Abiturienten aus Nichtakademikerhaushalten von den Gebühren abschrecken ließen. Bei Kindern aus Akademikerhaushalten blieb die Quote stabil, Kinder aus Nichtakademikerhaushalten immatrikulierten sich weniger häufig. Die Zahl der Studienanfänger nahm zwar um 2,4 Prozent zu, allerdings entscheiden sich die Studenten häufiger für ein berufsnahes Studium an den Berufsakademien oder den Fachhochschulen. Der Prorektor für Lehre der Heidelberger Universität, Thomas Pfeiffer, sagte, bei der Schaffung neuer Professorenstellen gebe es noch einige Fragen: Mit Studiengebühren könnten Professoren derzeit nur im Angestelltenverhältnis eingestellt werden, da verbeamtete Professoren davon noch nicht bezahlt werden dürften. Es sei auch nicht sicher, ob die Gebühren in den kommenden zwanzig Jahren weiter zur Verfügung stünden. Die Heidelberger Universität bekommt jährlich 314 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt. Dieses Geld ist größtenteils verplant. Mit den 18 Millionen Euro Mehreinnahmen aus den Studiengebühren und 35 Millionen Euro Zusatzeinnahmen aus der Exzellenzinitiative verfügt sie über bislang unbekannte Gestaltungsmöglichkeiten. Text: rso., F.A.Z. Bildmaterial: dpa
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