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Fachkräftemangel

Land unter bei den Schiffbauern



Viele Aufträge, wenig Personal
13. September 2007 
In den Konstruktionsbüros der Aker-Werften der Ostseestädte Wismar und Warnemünde werden immer mehr Spezialschiffe entworfen. Die Zeit der Standardserien sei vorbei, sagt Werftensprecher Matthias Trott. Der Trend gehe zu innovativen, hochwertigen Schiffen, die in kleinen Serien bis hin zu Einzelanfertigungen gebaut werden. Doch es fehlt an Konstrukteuren. Rund 100 Mitarbeiter arbeiten in den Konstruktionsbüros von Aker, bis zu 20 mehr sollten es laut Trott sein. Und so wie Aker geht es der gesamten Schiffbaubranche: Ingenieure werden händeringend gesucht.

„In den Fachrichtungen Schiffbau und Meerestechnik ist der Bedarf zweimal höher als das Angebot“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik, Ralf Sören Marquardt, in Hamburg. Nötig seien in diesen Bereichen mehr Studienplätze und eine geringere Abbrecherquote.

Abgeworben von der Luft- und Raumfahrt

Im Schiffbau und in der Meerestechnik gebe es „viele sehr gute Jobs“, warb der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft für Maritime Technik, Walter Kühnlein, für die Branche. Von Technik begeisterte Leute, die nicht gerne „Produkte von der Stange“ herstellten, sondern innovativ sein wollten, seien bei der Arbeit in den Werften „richtig gut“ aufgehoben.

Von den Unis und Fachhochschulen komme einfach zu wenig Nachwuchs, klagen die Werftmanager. „Und von den wenigen jungen Ingenieuren wurden in den vergangenen Jahren auch noch viele durch die Luft- und Raumfahrt abgeworben“, sagte Trott. Marquardt spricht von rund 250 offenen Stellen, die derzeit nicht besetzt werden könnten.

Um gegen den Fachkräftemangel anzugehen, veranstalten Industrie, Verbände und Gewerkschaften ab Montag eine Schiffbauwoche. Unter dem Motto „Die Zukunft taucht auf... Schiffbau Beruf, Perspektiven, Karriere“ soll mit verschiedenen Veranstaltungen das Image der Branche aufpoliert werden. Kinder, Jugendliche, Abiturienten und Studenten sollen mit Aktionen wie Besuchen auf Werften und naturwissenschaftlichen Experimenten für diese Industrie begeistert werden, wie Marquardt ankündigte.

Der Bachelor reicht nicht

Bei den gewerblichen Fachkräften gibt es kein Nachwuchsproblem. In Mecklenburg beispielsweise übersteigt die Zahl der Bewerbungen in diesem Bereich die der freien Ausbildungsstellen um ein Vielfaches. Jedoch interessiere sich nur jeder dritte Abiturient für Naturwissenschaften, sagte der Hauptgeschäftsführer von Nordmetall, Thomas Klischan. Das müsse geändert werden, schon im Kindesalter.

Benötigt würden hoch qualifizierte Nachwuchsingenieure, da genüge ein Bachelorabschluss meist nicht. Gelinge es nicht, Ingenieure in ausreichender Menge zu gewinnen, würden Forschung und Entwicklung leiden, sagt Klischan voraus. Dadurch wäre dann auch die Zukunft der Branche gefährdet, die in diesem Jahr mit einer sehr guten Auftragslage noch rosig aussieht.

Text: ddp
Bildmaterial: ddp
 
 
   
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